QR-Code-Kunstprojekt auf der Landesgartenschau Hemer

Vom 17. April bis 24. Oktober 2010 war es auf der Landesgartenschau Hemer zu sehen: das seinerzeit größte QR-Code-Kunstprojekt. Auf den insgesamt 24 Bilder zeigte ich Motive zu zwölf verschiedenen Farben, von Blaugrün über Ockergelb bis zu Zinnoberrot. In jedem Motiv war ein QR-Code integriert, der mit Handys und der entsprechenden Reader-Software gescannt und entschlüsselt werden konnte. Technisch entsprechend ausgestattete Besucher gelangten so zu Texten, Bildergeschichten und Animationen im Internet, die das Thema der Farbe weiter vertieften.

Zur Installation gehörten neben den QR-Bildern auch Holzkästen des Essener Bildhauers Peter Reichenbach, in denen Färberpflanzen zu den entsprechenden Farbtönen präsentiert wurden.

Technische Möglichkeiten ausgelotet

Im Jahr 2010 waren QR-Codes noch sehr unbekannt. Weltweit setzen nur circa zehn Künstler QR-Codes in ihren Bildern oder Plastiken ein. Der Bekannteste unter ihnen war der Japaner Takashi Murakami. Die künstlerische Arbeit mit den zweidimensionalen Barcodes erfordert Wissen und Fähigkeiten aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Neben dem Wunsch nach künstlerischem Ausdruck sind Kenntnisse aus der Informationstechnologie notwendig und digitale Inhalte müssen im Netz hinterlegt und gepflegt werden.

Ein QR-Kunstwerk liegt damit in der Schnittmenge aus Kunst, IT und Cyberspace. Das mag ein Grund dafür sein, dass bis heute nur wenige Kunstschaffende die Möglichkeiten dieser Technik in ihren Werken nutzen. Die Arbeiten in Hemer loteten dazu in der Anfangszeit der Quick-Response-Codes künstlerische wie technische Grenzen dieser Codes aus.

Das dynamische Kunstwerk

In der QR-Art ist es Künstlern erstmals möglich, ihre Werke auch dann noch zu verändern, wenn sie bereits verkauft oder an einem unbekannten Ort sind. Denn ein QR-Kunstwerk besteht aus einem physischen Teil (Bild oder Plastik) und einem digitalen Bestandteil (Text, Animation, Film oder Audio-Datei). Da der QR-Code des Werkes auf Inhalte verweisen kann, die auf einer Homepage des Künstlers liegen, bleibt der Kommunikationskanal in eine Richtung immer offen. Wird Kunst als Statement verstanden, ist dieses nicht mehr fix, sondern kann der persönlichen Entwicklung des Künstlers und seinen präferierten Ausdrucksformen nachträglich angepasst werden. Ein QR-Kunstwerk kann also auch nach dem Kauf noch spannend bleiben.

Handwerk und Zukunftstechnologie in einem Projekt

Die Installation auf der Landesgartenschau in Hemer bestand aus zwei aufeinander abgestimmten Arbeiten von Peter Reichenbach und mir.

Reichenbach, Atavist und Fachmann für Färberpflanzen, fertigte 24 Holzkästen, in denen er Pflanzen präsentierte, aus denen natürliche Farbstoffe gewonnen werden können. Zu insgesamt zwölf verschiedenen Farben wurden einheimische wie afrikanische Pflanzen gezeigt. Die Holzkästen waren mit den natürlichen Farben gebeizt.

Ich erstellte 24 QR-Art-Bilder, in denen die symbolische und gesellschaftliche Bedeutung der Farben thematisiert wurden. In der Zusammenstellung verband die Installation Tradition und Zukunft, Handwerk und Informationstechnologie sowie Natur und Technik.

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