Entwurf für „Kreiselkunst“

Frank Haase
Entwurf für „Kunst im Kreisel“ in Iserlohn-Oestrich
Kunst im öffentlichen Raum: Cortenstahl, 2015
4 Stelen 110 x 220 cm
– Nicht realisierter Wettbewerbsbeitrag –

„Kreiselkunst“ für Oestrich

Es ist mittlerweile zu einer üblichen Praxis geworden, den Freiraum von Kreisverkehren zur Installation von Kunstobjekten zu nutzen. Im Jahr 2012 beteiligte ich mich an einem Ideenwettbewerb zur Gestaltung des neuen „Kreisels“ im Iserlohner Ortsteil Oestrich. Der Kreisverkehr an der Kreuzung am Autobahnzubringer zur A 46 stellt für Anreisende, sowohl über die Autobahn als auch über die B 236 aus dem Lennetal, ein Eingangsportal nach Oestrich dar. In dieser exponierten Lage übernimmt der Kreisel die Funktion ein Stadttores, das eine deutlich sichtbare Abgrenzung zwischen innen und außen, Ort und Umland darstellt.

Attraktiv auch in der Nacht

Hier bietet sich die Chance, mit einem Objekt auf die Geschichte des Dorfes und seine Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten aufmerksam zu machen. Die Installation begrüßt Anreisende und wird zu einem letzten Zeichen des Dorfes, mit dem Abreisende auf Ihrer Fahrt verabschiedet werden. Mein Vorschlag sah vor, entsprechend der vier auf den Kreisel zuführenden Straßen Stelen zu installieren. Stelen sind markante Landmarken und werden oft mit geschichtlichen Kontexten assoziiert. Die Flächen sollten künstlerisch aufgearbeitete Szenen der Oestricher Geschichte und stilisierte Darstellungen Oestricher Gebäude tragen. Im Idealfall hätten die Bilder nachts durch energiesparende LED-Technik hinterleuchtet werden können.

Umfassendes Abbild des Dorflebens

Um eine breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erzielen, sah der Entwurf die grafische Aufarbeitung zahlreicher Themen aus dem Dorf vor. So sollten beispielsweise beide Kirchen, die Appeltatenkirmes mit ihrer langen Geschichte, aber auch Vereine und andere Interessengemeinschaften berücksichtigt und bildhaft dargestellt werden. Eben alles, was Oestrich als aktives und lebenswertes Dorf auszeichnet. So erzählen die Stelen bildhaft von der wechselvollen und langen Geschichte des Dorfes Oestrich – von den Rentierjägern der Mittelsteinzeit über die Ackerbauern, den Oestricher Goldfund und die Pestepedemie bis hin zur Gegenwart mit der Appeltatenkirmes, den Oestricher Vereinen und Institutionen. Die Auswahl der Themen sollte der Ortsring Oestrich organisieren – die Darstellungen auf den Abbildungen oben und unten stellen daher nur Beispiele dar, die für eine mögliche Realisierung der Installation beliebig ersetzt oder ergänzt werden sollten.

Einfache Umsetzung und wartungsfreie Technik

Die technische Umsetzung stellt sich einfach dar. Geschweißte Stahlrahmen werden vorder- und rückseitig mit Cortenstahlplatten verkleidet. Die Motive, als dxf-Files erstellt, dienen als Grundlage für den Laserschnitt. Ein Betrieb, der diese Technik beherrscht, befindet sich auf Oestricher Ortsgebiet. Hinterklebte, transluzente Platten aus PMMA können rückseitig optional mit LED-Technik hinterleuchtet werden, um dem Kreisel auch in den Nachtstunden eine attraktive optische Gestalt zu verleihen. Die LED-Technik, ebenfalls von heimischen Unternehmen angeboten, ist energiesparend, verfügt über eine hohe Lebensdauer und ist wartungsfrei.

Info-Tafel zur Erläuterung

Zur Erläuterung der Motive empfahl ich, an geeigneter Stelle am Gehweg eine Info-Tafel aus Edelstahl anzubringen, auf der die Bildmotive wiederholt und in kurzen Texten beschrieben werden. Der Entwurf verfehlte bei der Abstimmung knapp die Mehrheit und wurde daher nicht umgesetzt.

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