Konzeption, Gestaltung und Herstellung eines Friedensleuchters
für die Kreuzkirche in Viersen

Friedensleuchter für die Kreuzkirche in Viersen

Auch für die evangelische Kreuzkirche im niederrheinischen Viersen entwarf ich im Jahr 2012 einen Friedensleuchter. Nach einem ersten Besuch vor Ort zum gemeinsamen Kennenlernen und zur Besichtigung der Räumlichkeiten begann unmittelbar die Entwurfsphase, die von der ersten Skizze bis zur letzten Präsentation nur acht Wochen benötigte. Innerhalb dieser zwei Monate wurden dem Entscheidungsgremium, bestehend aus den Gemeindepfarrern und dem Presbyterium, zunächst Zeichnungen und nachfolgend mehrere Modelle vorgestellt. Alle Entwürfe orientierten sich dabei an den baulichen Gegebenheiten und waren eng an den architektonischen Eigenheiten des Kircheninnenraums ausgerichtet.

Modelle als Grundlage für eine Entscheidung

Eine hervorragende Basis für eine sichere Entscheidung ist der Bau eines Modells und die anschließende fototechnische Einarbeitung des Modells in eine Aufnahme des Kircheninnenraums. Diese Vorgehensweise bietet drei wichtige Vorteile. Im Gegensatz zu einer rein digitalen Darstellung des Entwurfs werden während des Modellbaus Optimierungsmöglichkeiten in der Konstruktion erkennbar. Zusätzlich macht ein Modell im Maßstab 1:2, das man von allen Seiten anschauen und anfassen kann, Proportionen und Materialien in realistischer Weise erlebbar. Und die Einarbeitung eines Modellfotos in eine Aufnahme des Kircheninnenraums vermittelt einen realitätsnahen Eindruck davon, wie der Friedensleuchter später in der Kirche wirken wird.

Konstruktion aus Stahl und Glas

Der Friedensleuchter für Viersen ist eine reine Glas-Stahl-Konstruktion. Die Glasscheiben des Fußes sind dabei nicht nur optisches Element, sie übernehmen auch eine statische Funktion und tragen die gut 60 kg schwere Weltkugel aus Stahl. Daher wurde als Material für den Fuß Verbundsicherheitsglas (VSG) gewählt, bestehend aus je zwei Einscheibensicherheitsgläsern (ESG), die mit einer Mattfolie verklebt sind. Das Glas im unteren Bereich des Leuchters verleiht der Konstruktion ihre visuelle Leichtigkeit, die transluzente Gestaltung der Scheiben gewährleistet aber zugleich eine ausreichende optische Standfestigkeit. Die Bauteile für den Globus und für die Verbinder der Glasscheiben wurden mittels Laserschneidtechnik aus einer 5 mm starken Stahlplatte herausgetrennt, anschließend verschweißt und pulverbeschichtet.

12 Längengrade und 36 Teelichthalter

In Korrespondenz zu den zwölf Aposteln verfügt der Friedensleuchter Viersen über dieselbe Anzahl an Längengraden. Die insgesamt 36 fest installierten Halter für den Einsatz von Teelichten befinden sich ausschließlich auf dem Äquatorring. Um das Herausnehmen der abgebrannten Teelichte zu vereinfachen, sind im Zentrum der Teelichthalter Löcher ausgespart, durch die mit einem Finger die Teelichte angehoben und so schnell aus ihren Halterungen entfernt werden können. Zu besonderen liturgischen Anlässen können weitere Teelichte in separaten Kunststoffschalen auf den weiteren Breitengraden positioniert werden. So ist es möglich, weit über 100 Teelichte auf dem Globus zu positionieren und die Gemeinde aktiv in den Gottesdienst einzubeziehen.

Der Welt Licht geben

Im Zentrum der Weltkugel steht die Osterkerze als Zeichen des Glaubens und als Sinnbild für das Licht, das die Botschaft Jesu Christi in die Welt bringt. Über die festen und mobilen Teelichte kann dieses Licht von Gemeindeglied zu Gemeindeglied weitergereicht werden und so den gesamten Erdenkreis umspannen. Durch dieses zelebrierte Erleuchten der Welt wird die Gemeinde aktiv in den Gottesdienst einbezogen.

zurück zur Übersicht Design
zurück zur Übersicht Galerie